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Sonntagsthema Kindermode 
Die moderne Uniform der Tempelprostitution

In diesen Betrachtungen über die Kindermode und Erotik gehören unbedingt auch die Schuluniformen einbezogen. Gelten diese ja als Berufskleider der jungen Amateur-Prostituierten. Kein Enjokosai (die kompensierte Begleitung / Schulmädchensex für Geld) ohne Schulmädchen-Uniform. So wie diese 3 Grazien zieht sich der japanische Teenager, um zum Tokioter Bahnhof Ikebukuro zu fahren, dem angesagten Enjokosai-Treffpunkt in ganz Japan*.

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Bevor man jetzt hier wieder über mich fällt, wo das unangenehme Thema angeschnitten wird, mich beschimpft und mir Prügel androht: man soll lieber versuchen, das Problem mit den japanischen Auge zu sehen, vom Standpunkt der japanischen Kultur. Zwar gibt es auch in Japan Bewegungen, die zu einer moralischen Renaissance aufrufen, doch die japanische Kultur sieht die Sache insgesamt positiv an, was auch richtig ist. Immerhin geht es in diesem Jahrhundert auch darum, die Institution Kindheit aufzulösen. Das 21. Jahrhundert ist die Epoche der sterbenden Institutionen: der Staat stirbt, die Kirche, die Familie, die Schule, die Kindheit an sich. So kann man jetzt verstehen, warum die Kultur Japans bereits eine höhere ist: weil sie diese Entwicklung voraussieht, berücksichtigt und ausnutzt. Die Mangas sind voll mit den sterbenden Mächten, die Schule ist da höchstens als eine dramaturgische Dimension notwendig und auf irgendwelche Kindheit wird hier keinen Pfifferling mehr gegeben.

(Ein Beispiel: `Rozen Maiden` ein von meinen Lieblingsmangas, ist voll auf dieser Schiene gebaut. Da gibt es keine Familie, weil die Eltern absurderweise ewig weg sind. Der Staat wird von dem jungen Hikikomori abgelehnt: er besucht nicht mehr die Schule, er stellt somit das Symbol der staatlichen Autiorität gegenüber Kindern nicht nur in Frage, er negiert es als für ihm nicht mehr massgebend. Und auch von der Kindheit kann es bei diesen Kindern nicht mehr die Rede sein: nicht nur bei der Geschwister Sakurada,Bruder und Schwester, sondern auch bei den Randfiguren, bei Schulkameraden, bei Freunden – sie alle legen viel Wert auf eigenständige Entscheidungen.)

Aus dieser Manga-Dramaturgie scheint Japan viel gelernt zu haben.
Auch die Enjokosai -Prostitution der Teenager wird hier als weder tragisch noch unmoralisch, noch schädlich, noch sonst bedenklich angesehen. Die japanische Soziologie, die bei einer existenten Bedrohung der Jugend sofort Alarm schlagen müsste, versucht nur, den Jugendlichen, die sie offensichtlich nicht auf der schiefen Bahn sieht, bessere Orientierung in der Sache anzubieten. Der Jugendpsychologe Tamotsu Sengoku klärt sogar die Schulmädchen über ihren Wert auf, rät ihnen nur, ihre Körper nicht allzu billig zu verkaufen. Ein anderer Psychologe erklärt die Nützlichkeit des Phänomens: `Die wollen doch nur ihren Spaß haben - womöglich ist das gesünder als die verbissene Schufterei ihrer Eltern.`

(Mehr darüber kann man hier lesen. Artikel ist zwar veraltert, bietet zudem rein deutschen Blick auf das Phänomen, doch die Atmosphäre wird da doch ziemlich getreu wieder gegeben. Bei 4chan gibt es aber ganz frische Sachen und meistens auch den unfalsifizierten Japan-Blick auf die Enjokosai-Kultur. Man muss nur suchen in den verschiedensten Threads.)

Und das sind Ansichten, die im vorigen Jahrhundert galten. Heute haben sie sich in der japanischen Gesellschaft weitgehend durchgesetzt. Was Wunder, dass die Enjokosai-Praxis aus Japan auf den ganzen südostasiatischen Raum übergreift. Die Teenager aus Südkorea, Taiwan und Hongkong sind begeisterte Enjokosaiisten, und auch im China gibt es immer mehr von ihnen. Offensichtlich entsteht da, eingehüllt im Einheitsdress der Schulmädchen, eine vollkommen neue Bewegung unter den Kindern. So neu ist die Bewegung allerdings nicht, das gab es bereits in der Antike, bevor wir die Kindheit zur Institution erklärt haben. Da gab es die Tempelprostitution (Tempel = Heiligtum = heilige Prostitution), und das war die Gelegenheit für angehende Frauen die Kunst der (physischen) Liebe zu erlernen. Dadurch erlangten sie die Reife für das Erwachsensein.

Die Situation haben wir wieder: die kleinen Menschen drängt es dazu, möglichst schnell zu vollwertigen Mitgliedern der Gesellschaft werden. So brauchen sie auch einen Ersatz für die einstige Tempelprostitution, denn der mentalen Reife geht ja eine sexuelle voraus**. So wird man vllt diese neue Art von Tempelprostitution Enjokosai nennen. Noch ein Triumph der japanischen Kultur.

(Ja, hier wäre eigentlich leicht zu kapieren, warum in diesem Blog für japanische Kultur geschwärmt wird. Das, dieser Blickwinkel der japanischen Soziologie, ist ein Teil der Kultur, die im 21. Jahrhundert und im 3. Millennium angesagt ist. Das ist eindeutig die Beurteilung eines Problems von einer höheren Warte. Ein Blick, das Problem überschaut, also unter Kontrolle hat.)

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Internet-Sluts in Schuluniform

So verlieren die Schuluniformen ihren Zweck der Gleichmacherei im Sinn der (überkommenen) Menschlichkeit. Sie machen immer noch gleich, doch nur in einem sündigen Sinn. Aus Japan, wo die Schulmädchenuniform die Bedeutung einer direkten Aufforderung an die Männer bekam, verbreitete sie sich in der ganzen Welt als Berufskleidung der jungen Prostituierten und Internet-Sluts. Und das sieht man an den meisten Fotos der Schulmädchen, dass die meiste von ihnen diese Uniform mit vollem Bewusstsein als solche Tragen.

* Vom Bahnhof Ikebukuro fahren die Linien in die ärmlichen Tokioter Suburbs. Da kommen die Schulmädchen her, die sich ansonsten keine Konsumgüter und Markenwaren leisten können. (Die können sie sich dann, nach dem Enjokosai, in Seibu, dem grössten Kaufhaus der Welt, direkt am Bahnhof besorgen.) Die Gegend ist auch für ihre verschwiegenen Absteigen und Luxushotels bekannt.

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** Das ist kein leeres Geschwätz. Die kulturelle Unreife der Amis ist bereits sprichwörtlich. Die wird mit einem statistischen Wert erklärbar: Jeder dritte Ami bis 30 ist noch eine Jungfrau.

 
kungfutius